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Beerenernte von Frühjahr bis Herbst

 

(auszugsweise Wiedergabe eines Artikels von Reinhard Ortlieb,erschienen im "bio-land" Heft Nr.2,  April 1995)

Ein breites Beerensortiment in guter Qualität über eine möglichst lange Angebotszeit sichert Obstanbauern ein Plus an Attraktivität im Hofladen und auf dem Markt. Durch geschickte Sortenwahl und Kulturführung ist es möglich, sechs Monate lang erntefrische Beeren anzubieten.
(Ein Praxisbericht.)

Für den Bio-Gärtner hat sich in den letzten zehn Jahren vieles im Detail verändert: Bei der Sortenwahl, bei der Anzucht sowie in der Kulturtechnik. Die Voraussetzungen für einen erfolgversprechenden Beerenanbau sind aber dieselben geblieben:
 

  • Geeignete Standorte
    Luftige, eher leichte Böden ohne Staunässe, möglichst keine eingeschlossenen Lagen (Pilzlagen) oder Waldrandlagen wegen Blütenstecher, Himbeerkäfer & Co.

  • Geeignete Sorten mit möglichst sehr gutem Geschmack, bei gewissen Konzessionen an Fruchtgröße oder Menge.

  • Angepaßte Boden- und Planzenpflege
    Gute Humusversorgung und Abdeckung der flachwurzelnden Beerenarten. Bewässerung ist wichtiger als Düngen, Vereinzeln ist besser als Spritzen und wer zu spät kommt (beim Hacken), den bestraft das Kreuz.


Erdbeeren

Zu den genannten Voraussetzungen kommen für die Erdbeeren noch weiter hinzu:

  • Fruchtfolgeplanung
    Erdbeeren passen vorzüglich in Gemüsebaufruchtfolgen - wenigstens mal kein Kohl! Das Rosengewächs Fragaria x ananassa ist ein ausdauerndes Gehölz, wird aber zur Gewinnmaximierung, genauer wegen der Ertragshöhe, der Fruchtgröße und der Pflückleistung meinst nur ein bis zwei Jahre am Leben gelassen. Für gesunde Pflanzen und gute Ernten ist die Vorkultur sehr wichtig. Die schönsten Erdbeeren hatten wir nach Lauch. Nach Kartoffeln kann es unter Umständen böse Überraschungen durch Verticillium-Welke geben. Kleegraseinsaaten wirken sich sehr gut aus, wenn sie rechtzeitig eingearbeitet werden, so daß noch Zeit für zwei Bearbeitungsgänge mit der Egge vor der Pflanzung bleibt um den Wildkräuterauflauf zu mindern. Unser momentaner Vorfuchtfavorit ist die Hohebucher Evangelische Mischung mit reichlich Buchweizen - garantiert überkonfessionell anwendbar!

  • Der Pflanztermin
    Der Pflanztermin spielt bei den Erdbeeren für den Ertrag im ersten Jahr eine entscheidende Rolle. Da die Erdbeeren von August bis Oktober die Blütenanlagen fürs kommende Jahr ausbilden, müssen die Grünpflanzen bei der Sommerpflanzung möglichst früh in den Boden, sobald gut bewurzelte Jungpflanzen zu Verfügung stehen. Für Frühsorten heißt das: Pflanzung Anfang August, für spätere Sorten Mitte oder auch noch Ende August (z.B. Malling Pandora). Um rechtzeitig bewurzelte Jungpflanzen zur Verfügung zu haben, bereiten wir Anfang Juli ein feinkrümeliges Pikierbeet vor. Dort werden die unbewurzelten Ausläufer aufgedrückt und danach kräftig gegossen. Nun wird das Beet mit einer milchweiß eingefärbten Folie abgedeckt und so die Verdunstung verhindert. Nach acht bis zehn Tagen wird die Folie entfernt, nach ca. drei Wochen sind die Pflanzen fertig zum Auspflanzen. Als Alternative zur Sommerpflanzung praktizieren wir auch die Frühjahrspflanzung mit eingefrorenen Pflanzen (Frigopflanzen). Dies bewirkt hohe, sichere Erträge im Folgejahr, aber auch mindestens einen Arbeitsgang mit der Handhacke mehr und keine Möglichkeit zur Frühjahrsnutzung dieser Flächen mit Frühgemüse.

  • Sorten
    Der wichtigste Grund für Änderungen im Sortenspektrum ist nicht etwa der Züchtungsfortschritt beim Merkmal Quantität, sondern die notwendige Anpassung an die Klimaänderung. Die früher vorherrschende Sorte Elvira oder die mehrmals tragende Ostara halten der Sommerhitze nicht mehr stand, sie werden zu weich und oft schon an der Pflanze matschig. Die zur Zeit wichtigste Frühsorte heißt Honeoye und stammt aus den USA. Sie ist fest, dunkelfarbig, mittelgroß und weist mittlere bis gute Erträge bei einem ansprechenden Aroma auf. Fäulnis ist bei ihr kein Problem. Die Pflanze verlang gute, eher kräftige Böden. Sie ist für die Verfrühung mit Vlies oder Folie gut geeignet, mehrjähriger Anbau ist möglich, da die Beerenqualität und -größe nicht wesentlich nachlassen.Es kommt vor, daß einige Pflanzen aufgrund von Wurzelerkrankungen welken. Diese Gefahr ist aber weit geringer als bei der Hauptsorte im konventionellen Anbau: Elsanta

Weitere interessante Sorten für den biologischen Anbau,
gestaffelt nach den Reifezeiten (Honeoye=1) sind:

 

Kent:

Eine Woche nach 1, feste, große kegelförmige Früchte, süß, ertragreich

Polka:

Zwei Wochen nach 1, dunkle, mittelgroße, feste Früchte, sehr aromatisch, sehr ertragreich

Tenira:

Standardsorte im Bioanbau seit vielen Jahren mit mittelgroßen bis großen attraktiven und sehr leckeren Beeren, mehrjährig nur auf besten Böden, nachlassende Fruchtgröße

Malling Pandora:

Drei bis vier Wochen nach 1, späteste Sorte, benötigt Befruchtersorte (z.B. Tenira), feste, dunkelrote Beeren, hohe Erträge, sehr robuste Pflanze, mehrjähriger Anbau.

 

Erntezeiten unter Einbeziehung von frühen, mittelfrühen und späten Sorten
Erntezeiten unter Einbeziehung von frühen, mittelfrühen und späten Sorten


Selbstverständlich gibt es noch eine ganze Reihe anderer interessanter Sorten, die regional oder überregional geeignet sein können: Probieren und Studieren! Wer nach fünf Wochen Erdbeeren immer noch nicht genug hat, dem können Bück- und Pflückfreuden durch Verfrühung oder Verspätung der Erdbeerkultur bis auf ein halbes Jahr verlängert werden.

Wer gerne schon Mitte Mai frische einheimische Erdbeeren anbieten will, sollte den Anbau im ungeheizten Folienhaus ausprobieren. Nach meiner Erfahrung ist dazu die Sorte Honeoye gut geeignet. Um wertvolle Gewächshausfläche zu sparen, pflanzen wir nach der Ackersalaternte im Winter Frigopflanzen im Abstand von 50 x 25 cm. Diese blühen dann Anfang April und nach ca. fünf Wochen beginnt die Ernte. Der Ertrag pro Pflanze beträgt dabei nur ca. ein Drittel einer Freilandkultur, das Gewächshaus ist bei diesem Verfahren ab Juni wieder für eine Nachkultur nutzbar. Zur Verlängerung der Erdbeerernte in den Herbst hinein, kommt entweder die Terminkultur durch satzweise gestaffelten Anbau mit besonders kräftigen Frigopflanzen (Wartebeetkultur), oder der Anbau von tagneutralen, remontierenden (mehrmals tragenden) Sorten in Betracht. Die Nachfrage ist zum Ende der Normalsaison (Juli) noch ziemlich groß. Dann nimmt das Interesse stark ab, steigert sich aber wieder im Herbst. Die fruchtbarste und blütenreichste mehrmals tragende Sorte ist Ostara. Leider ertragen die Beeren die heißen Sommertemperaturen bei uns gar nicht mehr. Die remontierende Sorte Rapella trägt gut schmeckende, etwas festere Früchte, ist aber leider gefährdet durch Mehltaubefall. Nach ersten Beobachtungen scheint die englische Neuzüchtung Evita vielversprechend zu sein.

Verlängerung der Erdbeerkultur
Verlängerung der Erdbeerkultur


© Reinhard Ortlieb, organisch-biologisch wirtschaftender Obstbauer.

 

Apfelmädchen

 

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